Auf privaten und öffentlichen Grünflächen in Deutschland könnten rund 40 Prozent der rückläufigen und gefährdeten heimischen Pflanzenarten gepflanzt werden und wären damit für Conservation Gardening geeignet. Zu dieser Erkenntnis kommen Forschende des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Universität Leipzig, nachdem sie die neuesten Daten der laut Roter Liste gefährdeten Arten aller 16 deutschen Bundesländer gesammelt haben. Die Ergebnisse ihrer Studie wurden nun in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht. Die gesammelten Daten bieten die Grundlage für eine von den Forschenden entwickelte Web-App, die Listen mit für Conservation Gardening geeigneten Pflanzen für jedes Bundesland der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt und mit dem Angebot von Gärtnereien abgleicht.
Web-App „Pflanzenlisten für Conservation Gardening“: https://conservation-gardening.shinyapps.io/app-de/
Englische Version („Plant lists for Conservation Gardening“): https://conservation-gardening.shinyapps.io/app-en/
Originalpublikation in „Scientific Reports“:
„Putting conservation gardening into practice“, DOI: 10.1038/s41598-023-39432-8
Pressemitteilung 2023/151 vom 04.09.2023
Das Ziel des „Conservation Gardening“ ist es, Gärten und andere urbane Grünflächen gezielt zum Erhalt und Schutz heimischer, gefährdeter Pflanzenarten zu nutzen.
Es handelt sich um einen proaktiven Ansatz, bei dem nicht nur naturnahe Lebensräume geschaffen werden, sondern auch ganz bewusst Pflanzen angebaut werden, die auf der Roten Liste stehen oder einen rückläufigen Bestand aufweisen.
Durch die Verwendung von heimischen Pflanzen, die oft besser an die lokalen Bedingungen angepasst sind (z.B. trockenheitstolerant), trägt es zur Resilienz der städtischen Ökosysteme bei.
Es geht darum, Gärten nicht nur als dekorative Elemente zu sehen, sondern als wichtige Bausteine in der Naturschutzstrategie, um dem Verlust natürlicher Lebensräume entgegenzuwirken, der durch Verstädterung verursacht wird.


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